Epigenetik und Ayurveda

Die Gene sind nicht unser Schicksal!

Die Epigenetik beschäftigt sich mit der Frage, welche Aktivitäten die Gene beeinflussen können und sie sorgt dafür, dass gewisse genetische Informationen ein- und ausgeschaltet werden.

Nach der heutigen Erkenntnis haben wir zwei Genome: unsere DNS und das sogenannte Epigenom, das bestimmt, welche Informationen aus der DNS ausgelesen werden, die sogenannten epigenetischen Marker. Dies sind kleine chemische Anhängsel, die entlang der Doppel-Helix-Stränge verteilt sind. Sie wirken wie Schalter, die die Gene an- und ausschalten können. Ob ein Gen an- oder ausgeschaltet wird, hängt von äußeren Umständen ab.

Eine Studie mit Krebspatienten zeigte z.B. eindrucksvoll, dass durch tägliche Spaziergänge, Meditation und eine Diät aus frischem Gemüse, Obst, Körnern und Vitaminen nach drei Monaten der neue Lebensstil über 500 Gene auf förderliche Weise ein- oder ausgeschaltet und die Gesundheit dadurch nachhaltig verbessert wurde.

Gerade für die Behandlung von chronischen Erkrankungen können so sehr Erfolg versprechende Therapien entstehen.

 

IN DER SPRACHE DES AYURVEDA

PRAKRITI  -  VIKRITI, - der optimale und der tatsächliche Zustand.

Schon vor Tausenden von Jahren ging der Ayurveda davon aus, dass wir alle einen für uns idealen und natürlichen Grundzustand in uns tragen.

Jeder Mensch kommt mit einer ganz eigenen Grundkonstitution auf die Welt, die bei der Verschmelzung von Eizelle und Spermium, d.h. in der Verschmelzung von mütterlichen und väterlichen Doshas festgelegt wird. Niemand hat die gleiche Dosha-Konstitution wie ein anderer Mensch.

Ayurveda geht davon aus, dass wir alle als vollkommen geboren werden, unsere Grundkonstitution ausgeglichen ist und wir uns in einer natürlichen Balance befinden. Der Ayurveda spricht dann von einer perfekten Gesundheit, PRAKRITI, die alle Aspekte unseres Seins mit einbezieht.

Doch der Urzustand kann im Laufe des Lebens durch unzählige Faktoren beeinflusst werden. Daraus entsteht ein aktueller Zustand, der nicht dem Grundnaturell entspricht. Es entsteht eine Dysbalance, VIKRITI.

Hierbei scheinen äußere Umstände wie Ernährung, Bewegung, Stresslevel, die Gefühlslage, Emotionen, Stoffwechselaktionen und Entzündungsprozesse eine große Bedeutung zu haben.

Frau Doktor Janna Scharfenberg vergleicht in ihrem Buch „Ayurveda for life“ das Zusammenspiel von Genen und Epigenetik mit einem Computer. Mit der Hardware und den Betriebsprogrammen wird festgelegt, wozu der Computer grundsätzlich fähig ist, was unseren Genen entspricht (Prakriti). Abhängig davon, welche Software wir nutzen, was wir spielen und welche Dateien wir speichern, entscheidet sich das individuelle Profil unseres PCs, was der Epigenetik entspricht (Vikriti).

 

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